Während unser Ökologie-Team die Biodiversität und das Funktionieren von Ökosystemen in den alpinen Graslandschaften des Allgäus untersuchte, konzentrierte sich unser sozio-ökologisches Team vom Fachgebiets für Nachhaltige Nutzung Natürlicher Ressourcen — Verena Seufert (Co-PI), Navya Miriam Itty (Doktorandin), Anna Pfauntsch (Masterstudentin) und Sara Heshmati — auf die Menschen, die diese Landschaften prägen.
Wir besuchten drei Betriebe, die unterschiedliche landwirtschaftliche Systeme in der Region repräsentieren. Auf dem Hof Vorderberg in Leutkirch im Allgäu empfingen uns Frau Lydia und Herr Philipp Notz-Neumann auf ihrem Familienbetrieb und erläuterten in einem zweistündigen Gespräch die Bewirtschaftung des Hofes, wobei sie einen Ansatz betonten, der mit der Natur arbeitet statt sie zu kontrollieren. Auf dem Landschaftspflegehof Adelegg stellte uns Frau Magdalena Zintl ein Bewirtschaftungssystem vor, das an das steile Gelände angepasst ist und auf die Offenhaltung der Landschaft ausgerichtet ist. Die Exkursion endete mit einer Wanderung zur Nickenalpe, wo wir Herrn Georg Rädler trafen, einen Alpbauern in 12. Generation, dessen Arbeit eine lange Tradition der alpinen Landschaftsverantwortung widerspiegelt.
Obwohl die Auswertung noch läuft, zeichnen sich bereits erste Muster ab: Landwirtinnen und Landwirte verstehen sich häufig als Hüter kultureller Landschaften; Frauen scheinen zentrale Führungsrollen einzunehmen; und die Vielfalt der Bewirtschaftungssysteme könnte zur regionalen Resilienz gegenüber ökologischen und gesellschaftlichen Veränderungen beitragen.
Unsere laufende ökologische und sozio-ökologische Forschung untersucht die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität, Ökosystemfunktion und menschlicher Entscheidungsfindung; weitere Ergebnisse folgen.